Bernstein sammeln

Zu einem typischen Ostseeurlaub gehört das Bernsteinsammeln einfach dazu. Die kleinen Schätze direkt aus dem Meer sind beliebte Souvenirs. Doch bei der Bernsteinsuche ist Vorsicht geboten! Wenn du im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostseeküste Bernstein sammeln möchtest, musst du unbedingt die tückischen Gefahren kennen. Die Ostsee birgt näm­lich nicht nur goldenes Harz, sondern auch gefährlichen weißen Phosphor. Da beide Stoffe fast identisch aussehen, besteht eine extreme Verwechslungsgefahr: Phosphor kann sich von selbst entzünden und lebensgefährliche Verletzungen verursachen. Dieser Beitrag verrät dir alles Wissenswerte über das „Gold des Nordens“, warnt dich vor der Phosphorgefahr und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du sicher auf Bernsteinsuche gehst.

Bernstein sammeln Ostsee

Bernstein sammeln

Das Gold der Ostsee: Was ist Bernstein?

Bevor wir uns den Gefahren zuwenden, lass uns erst einmal klären, was Bernstein überhaupt ist. Bei Bernstein handelt es sich um fossiles Harz von Nadelbäumen und ist bereits vor ca. 40 bis 50 Millionen Jahren im Zeitalter des Eozäns entstanden.

Damals wuchsen in Nordeuropa riesige Bernsteinwälder heran. Der Baumbestand dieser Urwälder setzte sich zusammen aus Kiefern, Fichten, Zypressen, Eichen und Gingkos. Eine der bedeutsamsten Baumarten jener Zeit war vermutlich die Bernsteinkiefer Pinites succinifera, die für ihre üppige Harzabsonderung bekannt ist.

Verletzter Baum - Harz tritt aus

Bei Verletzungen produzieren die Bäume ein klebriges Harz, um die Wunden zu verschließen. Das klebrige Harz bietet Schutz gegen das Eindringen von Keimen und Insekten. So war es auch damals. Tropfte dieses Baumharz zu Boden und versank dort, wurde es unter Sauerstoffausschluss und hohem Druck über Jahrmillionen hinweg versteinert und Bernstein entstand.

Mehr als 80 Prozent des Bernsteins stammen von der Ostseeküste, weshalb es auch als „Gold des Nordens“ bezeichnet wird. Auch die Bezeichnung „Tränen der Götter“ ist geläufig.

Wie kommt Bernstein ins Meer?

Über Millionen Jahre hinweg weitete sich das Meer aus, trug den Boden ab, schwemmte das eingeschlossene fossile Harz aus der Erde und nahm es mit auf den Meeresgrund. Salziges Wasser, Meeresbewegungen und stürmisches Wetter sorgen heute dafür, dass Bernstein an die Meeresoberfläche auftreibt und zusammen mit Muscheln, Tang und Rollholz an die Küste gespült wird.

Woran kann man am Strand Bernstein erkennen?

Bernstein findet man häufig in Form kleiner “Steinchen” oder Klumpen, die meist durch charakteristische Farbgebung auffallen. Seine Farbe variiert stark, von hellem Gelb über Honigbraun bis hin zu fast Schwarz, manchmal sogar milchig-weiß oder bläulich. Die häufigsten Farben sind jedoch Goldgelb und Orangebraun.

Oft sind in Bernstein Einschlüsse zu finden: kleine Insekten, Pflanzenreste oder sogar Luftbläschen, die ein Fenster in eine längst vergangene Welt öffnen. Diese Einschlüsse machen jedes Stück Bernstein einzigartig und besonders wertvoll. Bernstein ist leicht, spröde und hat eine Härte von 2 bis 2,5 auf der Mohs-Skala.

Bernstein ist an der Ostseeküste besonders häufig zu finden, da die dortigen Ablagerungen zu den größten der Welt gehören. Durch Erosion werden die Bernstein führenden Schichten freigelegt und der Bernstein gelangt ins Meer. Stürme und starke Winde spülen ihn dann oft an die Strände.

Wo kann man am besten Bernstein finden?

Entlang der gesamten Ostseeküste gibt es das größte Bernsteinvorkommen. Aber auch an der Nordsee sowie an der Küste vor Polen z.B. in Swinemünde kannst du Bernstein finden. Der häufigste Fundort ist die Insel Usedom. Aber auch auf Rügen wirst du findig. Auf Rügen sind die Hotspots für die Bernsteinsuche Prora, Ostseebad Binz und das Ostseebad Sellin.

Bernstein finden an der Ostsee

Im Herbst und Winter suchen und finden

Das Millionen Jahre alte Baumharz lässt sich vor allem nach einem Sturm von Usedom über den Darß bis nach Poel entdecken. Insbesondere die Sonneninsel Usedom ist bekannt für ihr hohes Bernsteinvorkommen. Am besten sammelst du es während deinem Herbsturlaub an der Ostsee.

Hauptsächlich wird das fossile Harz zusammen mit Algen, Tang und Holz an Land gespült. Du findest es bevorzugt zwischen solchen Ansammlungen.

Aber Vorsicht! Direkt nach dem Sturm ist die Gefahr auch am höchsten, den ähnlich aussehenden Phosphor zu finden.

Rügen Strand

Hier im Foto siehst du ein Stück Strand, bei dem sich vor den Steinen Schilf und Tang ansammeln. Du hast gute Chancen, nach einem Sturm dazwischen Bernstein sammeln zu können.

Lohnt sich die Bernsteinsuche?

Das kommt ganz darauf an, warum du dich an die Strände begibst, um dort Bernstein zu suchen. Insbesondere nach rauem Wetter und hohen Wellen lohnt sich die Suche. Mit etwas Glück wirst du einige Gramm Bernstein finden. Meist handelt es sich dabei um kleinere Stücke und Granulat. Beides ist für die Herstellung von Bernsteinschmuck kaum zu gebrauchen. Aber es hat natürlich einen emotionalen Wert und deine Fundstücke sind eine tolle Erinnerung an den Urlaub.

Mit UV-Taschenlampe an der Ostsee Bernstein finden

In der Dunkelheit hilft eine UV-Taschenlampe dabei, am Strand echten Bernstein suchen und finden zu können. Leuchte damit einfach den Strand ab: Echter Bernstein beginnt im UV-Licht stark zu leuchten.

Rechtliches beim Bernsteinsammeln: Was ist erlaubt?

Wer an der Ostsee auf die Suche nach dem „Gold des Nordens“ geht, stellt sich oft die Frage nach der Rechtslage. Generell gilt: Das Sammeln kleiner Mengen Bernstein für den privaten Eigenbedarf ist an öffentlich zugänglichen Stränden gestattet. Es gibt jedoch wichtige Ausnahmen, die du unbedingt beachten musst:

Kein Sammeln in Naturschutzgebieten

In sensiblen Küstenabschnitten, Dünen- oder Naturschutzgebieten ist das Betreten abseits der Wege und das Mitnehmen von Naturmaterialien strengstens untersagt. Achte hierbei immer auf die entsprechenden Hinweisschilder vor Ort.

Keine schweren Grabwerkzeuge

Du darfst den Strand und die Dünen nicht umgraben. Der Einsatz von Schaufeln, Spaten oder mechanischen Hilfsmitteln ist tabu, um die Küsten- und Dünenschutzanlagen nicht zu beschädigen. Gesucht wird ausschließlich von Hand im Spülsaum.

Keine gewerbsmäßige Suche

Wer Bernstein in großen Mengen sammelt, um ihn kommerziell zu verkaufen, benötigt dafür in der Regel behördliche Genehmigungen. Für den Urlaubssammler, der ein paar Erinnerungsstücke sucht, ist das Hobby im Rahmen des Gemeingebrauchs jedoch völlig unbedenklich.

Die trügerische Ähnlichkeit: Bernstein und weißer Phosphor

Doch nun zu dem ernsten Thema, das jeder Bernsteinsammler kennen muss. Beim Bernsteinsammeln besteht eine sehr hohe Verwechslungsgefahr mit weißem Phosphor. Optisch können sich beide Materialien zum Verwechseln ähnlich sehen, besonders wenn sie frisch angespült wurden und noch feucht sind.

Insbesondere auf der Insel Usedom wird die gefährliche Substanz immer wieder angespült, weshalb es dort gelegentlich zu schweren Unfällen kommt. Daher informiert Usedom in den Strandregeln und stellt an den Abschnitten entsprechende Informationsschilder auf.

Hinweis: Weißer Phosphor ist ein gefährlicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Er wird regelmäßig an die Ostseestrände gespült und stellt eine ernsthafte Bedrohung dar. Der Verlag Deutsche Polizeiliteratur hat dazu einen äußerst lesenswerten Artikel veröffentlicht.

Echter Bernstein Ostsee

Was ist weißer Phosphor und woher kommt er?

Weißer Phosphor ist eine hochgiftige und extrem reaktionsfreudige Substanz, die im Zweiten Weltkrieg in Brandbomben eingesetzt wurde. Nach Kriegsende wurden große Mengen dieser Bomben im Meer versenkt, oft in Küstennähe. Über die Jahrzehnte setzte Korrosion ein: Die Hüllen zerfallen, wodurch der gefährliche Phosphor freigesetzt wird.

Da er eine geringere Dichte als Wasser besitzt, treibt der Phosphor langsam an die Oberfläche. Meeresströmungen und Stürme spülen ihn schließlich an die Strände. Dort liegt er als kleine, wachsartige Brocken, die oft mit Sand und Algen vermischt sind und auf den ersten Blick wie Bernstein aussehen.

Warum ist weißer Phosphor so gefährlich?

Es ist vor allem die enorme Entzündlichkeit, die weißen Phosphor so gefährlich macht. Er entzündet sich bei geringen Temperaturen völlig von allein an der Luft – es ist also keine Zündquelle erforderlich. Ein Stück Phosphor, das am Strand in der Sonne liegt oder in der Hosentasche durch deine Körperwärme erwärmt wird, kann sich spontan entzünden.

Die Selbstentzündungstemperatur liegt laut Angaben (unter anderem von Chemie.de) bei rund 34°C. Das sind Temperaturbereiche, die sowohl an der sommerlichen Luft als auch in der Kleidung mühelos erreicht werden.

Gefährliche Phosphorverbrennung

Eine Phosphorverbrennung verursacht schwere Verletzungen wie schmerzhafte Verbrennungen dritten Grades, die tief in das Gewebe eindringen. Darüber hinaus gehen von der brennenden Substanz weitere massive Gefahren aus.

Schwierige Löschbarkeit

Beim Versuch, das Feuer mit Wasser zu löschen, entsteht Wasserstoff, welcher den Brand drastisch verstärken kann. Das Löschen gestaltet sich daher äußerst schwierig. Zwar können feiner Sand oder eine dicke Decke die Flammen ersticken, doch der Phosphor glimmt im Verborgenen weiter, solange er auch nur minimalen Luftkontakt hat.

Giftige Dämpfe

Beim Verbrennen von Phosphor entstehen hochgiftige Phosphoroxide. Das Einatmen dieser giftigen Dämpfe kann die Atemwege sowie die Lungen massiv und nachhaltig schädigen.

Systemische Vergiftung

Zudem kann Phosphor über die Haut in den Körper aufgenommen werden. Dies führt zu einer gefährlichen systemischen Vergiftung, die lebenswichtige Organe wie Leber, Nieren und das Herz schwer angreifen kann. Typische Symptome sind starke Übelkeit, Erbrechen und heftige Bauchschmerzen. Im schlimmsten Fall kann eine solche Vergiftung zum Koma oder sogar zum Tod führen.

Tipps für deine Sicherheit: Worauf du beim Bernsteinsammeln achten musst

Die Gefahr von weißem Phosphor sollte dich nicht vom Bernsteinsammeln abhalten, aber sie sollte dich zu erhöhter Vorsicht mahnen. Hier sind einige wichtige Tipps, damit dein Strandtag sicher und erfreulich bleibt.

Bernstein an der Ostsee sammeln sicher

1. Vermeide das Bernsteinsammeln nach Stürmen

Besonders nach starken Stürmen ist die Gefahr, dass Phosphor angespült wird, am größten. Das Meer wühlt den Meeresboden auf und kann dabei alte Munitionsreste freisetzen. Warte ein paar Tage, bis sich die Lage beruhigt hat und der Strand vielleicht schon von den Behörden überprüft wurde.

2. Nicht an heißen und sonnigen Tagen Bernstein sammeln

Bei hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung erhöht sich die Gefahr der Selbstentzündung von Phosphor erheblich. Deutlich weniger Risiko besteht, wenn du in den kühlen Morgen- oder Abendstunden oder an bewölkten Tagen Bernstein sammeln gehst.

3. Werkzeug zum Bernstein sammeln

Verwende Werkzeuge! Sammle gefundene Stücke niemals mit bloßen Händen auf, insbesondere wenn du dir unsicher bist. Verwende stattdessen eine Zange, eine kleine Schaufel, einen kleinen Eimer oder einen Beutel. So vermeidest du direkten Hautkontakt.

4. Lass Kinder nicht unbeaufsichtigt sammeln

Kinder sind oft neugierig und erkennen die Gefahr nicht. Kläre sie über die Risiken auf und lass sie niemals unbeaufsichtigt sammeln. Es ist sicherer, wenn Erwachsene die Fundstücke inspizieren.

5. Metallbehälter für deine Fundstücke

Auf keinen Fall solltest du deine Fundstücke in die Hosen- oder Jackentasche stecken. Verwende zur Aufbewahrung für „Das Gold des Meeres“ immer ein nicht brennbares Gefäß, in das du dein gefundenes Strandgut gibt. Zum Beispiel ein Glas mit Schraubdeckel, noch besser eine Metalldose.

6. Geh auf Nummer sicher

Wenn du das Risiko gar nicht erst eingehen willst, halte in den Geschäften in Strandnähe Ausschau. Du kannst fast überall solch kleine Souvenirs mit Bernstein kaufen.

Souvenirs aus deinem Urlaub mitnehmen

Der optische Vergleich – schau genau hin

Bernstein ist im Regelfall härter, spröder und besitzt eine glasartige Oberfläche. Er zeigt sich oft durchsichtig oder leicht durchscheinend und enthält charakteristische Lufteinschlüsse sowie vereinzelte Reste von Insekten oder Pflanzen. Seine Farbpalette reicht meist von Gelb über Orange bis hin zu Braun.

Phosphor hingegen wirkt oft wachsartig, gummiartig oder harzig. Er hat eine unregelmäßige, häufig krustige Beschaffenheit und ist überwiegend undurchsichtig oder milchig-trüb gefärbt. Die Farbgebung kann von gelblich-weiß über Grau bis hin zu einem leichten Grünlich reichen. Wichtig: Durch Oxidation an der Oberfläche bildet Phosphor bisweilen eine dunkle, bernsteinähnliche Kruste aus, was eine Verwechslung noch gefährlicher macht. Achte deshalb ganz genau auf diese äußeren Merkmale.

Zuhause überprüfen und sicher lagern

Wenn du am Strand etwas gefunden hast, das du für Bernstein hältst, solltest du es zu Hause noch einmal gründlich überprüfen – am besten mithilfe des Salzwassertests.

Lagere frisch gesammelte „Bernsteine“ vorerst in einem wassergefüllten Glas oder einem anderen feuerfesten, nicht brennbaren Behälter. Bewahre sie so lange dort auf, bis du dir absolut sicher bist, dass es sich um echtes Baumharz handelt. Auf diese Weise verhinderst du eine unbemerkte Selbstentzündung, falls es sich in Wahrheit um gefährlichen Phosphor handeln sollte.

Im folgenden Abschnitt zeigen wir dir die wichtigsten Testverfahren zur Unterscheidung.

Wie kann man prüfen, ob es sich um Bernstein oder Phosphor handelt?

Es gibt verschiedene Testverfahren, mit denen sich herausfinden lässt, ob es sich um echtes Baumharz oder gefährlichen Phosphor handelt. Da bei der Prüfung erhebliche Risiken lauern, solltest du dabei stets mit äußerster Vorsicht vorgehen.

Der Geruchstest (mit Vorsicht!)

Weißer Phosphor besitzt einen sehr charakteristischen Geruch, der häufig als knoblauchartig oder nach brennenden Streichhölzern beschrieben wird. Nimmst du beim Untersuchen einen solchen Geruch wahr, halte sofort Abstand! Echtes Harz ist im Normalfall geruchlos oder entwickelt beim Reiben höchstens einen leichten, harzigen Duft. Atme niemals direkt über dem Fundstück ein, um das Einatmen giftiger Dämpfe zu verhindern. Führe den Geruchstest ausschließlich aus sicherer Entfernung durch, falls Zweifel bestehen.

Der Wassertest

Dies ist die zuverlässigste und sicherste Methode, um Bernstein und Phosphor voneinander zu unterscheiden. Echtes Baumharz schwimmt im Gegensatz zu Phosphor in Salzwasser. Mische dafür etwa 30 bis 40 Gramm Salz in einen Liter Wasser und lege das gefundene Stück vorsichtig hinein. Steigt es an die Oberfläche, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Bernstein. Phosphor hingegen geht sowohl in Süß- als auch in Salswasser gnadenlos unter. Sinkt dein Fundstück ab, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit gefährlicher Phosphor.

WICHTIG: Führe diesen Test unter keinen Umständen direkt am Strand oder in deiner Hosentasche durch. Nutze stets ein separates, gut gefülltes Gefäß.

Die Temperaturprüfung

Bernstein leitet Wärme äußerst schlecht und bleibt daher selbst in der direkten Sonne relativ kühl. Phosphor hingegen erwärmt sich bei Sonneneinstrahlung oder durch bloße Körperwärme rasant, fängt an zu „schwitzen“ und kann zu rauchen beginnen. Dieser entstehende Rauch ist hochgradig giftig! Wenn du diesen Test durchführen möchtest, lege das Fundstück unbedingt auf eine feuerfeste Unterlage.

Der „Reibetest“ (nicht empfohlen für Ungeübte!)

Bernstein lädt sich bei Reibung an Wolle oder Haaren elektrostatisch auf und zieht daraufhin kleine Papierschnipsel an – Phosphor zeigt dieses Verhalten nicht. Allerdings ist dieser Test tückisch, da durch die Reibung Reibungswärme entsteht, die bei Phosphor sofort eine gefährliche Entzündung auslösen kann. Führe diesen Test deshalb nur dann durch, wenn du absolut sicher im Umgang bist und alle vorherigen Methoden keine eindeutige Klärung gebracht haben.

Der Ernstfall: Was tun, wenn sich Phosphor entzündet hat?

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass du Phosphor findest und dieser sich entzündet. In diesem Fall ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend, um größere Schäden und Verletzungen zu verhindern.

  1. Ruhe bewahren! Panik ist der größte Fehler. Konzentriere dich auf die nächsten Schritte.
  2. Sofortige Evakuierung der Umgebung: Sorge dafür, dass alle Personen in deiner unmittelbaren Nähe (besonders Kinder und Tiere) schnellstmöglich den Gefahrenbereich verlassen. Achte darauf, dass niemand Rauch einatmet.
  3. Kein Wasser verwenden! Versuche niemals, brennenden Phosphor mit Wasser zu löschen! Wasser verstärkt die Reaktion und kann die Flammen sogar noch größer und gefährlicher machen.
  4. Ersticke die Flammen. Am Strand ist Sand das beste Löschmittel. Schaufle sofort so viel Sand wie möglich auf das brennende Stück. Dies entzieht den Sauerstoff und löscht die Flamme. Achte darauf, dass das Stück vollständig mit Sand bedeckt ist und keine Luft mehr an den Phosphor gelangt. Erneuter Kontakt mit Sauerstoff kann eine weitere Selbstentzündung verursachen. Du kannst auch eine dicke Decke oder ein großes Kleidungsstück verwenden, um das brennende Stück zu bedecken und die Flammen zu ersticken. Achte darauf, dass du dabei nicht selbst in Kontakt mit dem Phosphor kommst und dich nicht verbrennst.
  5. Notruf absetzen! Die 112 anrufen! Auch wenn du die Flammen erfolgreich gelöscht hast, informiere sofort die Feuerwehr über den Notruf 112. Erkläre genau, was du gefunden hast und dass es sich vermutlich um Phosphor handelt. Die Feuerwehr ist speziell geschult und hat die nötige Ausrüstung, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Sie kann auch überprüfen, ob weitere Phosphorreste in der Nähe sind.
  6. Hattest du oder jemand anderes Kontakt mit brennendem Phosphor, ist schnelles Handeln entscheidend. Entferne sofort alle Kleidungsstücke, die mit dem Phosphor in Berührung gekommen sind. Versuche, den Phosphor nicht mit bloßen Händen zu berühren.
  7. Verletzungen versorgen! Auch nach dem Löschen mit Sand muss die Wunde unbedingt von medizinischem Personal behandelt werden. Phosphor kann weiter glimmen und tiefe Verbrennungen verursachen. Setze also immer einen Notruf ab!
  8. Markiere die Fundstelle! Bevor die Rettungskräfte eintreffen, markiere die Fundstelle deutlich, damit sie schnell gefunden werden kann. Eine helle Jacke, ein Stock oder Ähnliches kann helfen.

Nach dem Bernstein sammeln: So pflegst du dein „Gold der Ostsee“ richtig

Wenn du sicher bist, dass du echten Bernstein gefunden hast, herzlichen Glückwunsch! Du hast ein Stück Erdgeschichte in den Händen. Hier noch ein paar Tipps zum Umgang mit deinem Fund:

Reinige den Bernstein vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einer weichen Bürste, um Sand und Schmutz zu entfernen. Vermeide aggressive Reinigungsmittel.

Bernstein kann mit der Zeit matt werden. Indem du ihn mit etwas Olivenöl einreibst und anschließend mit einem weichen Tuch polierst, erhält er wieder seinen natürlichen Glanz. Es gibt auch spezielles Bernsteinöl.

Vermeide bei der Lagerung direkter Sonneneinstrahlung und Orte mit extremen Temperaturschwankungen. Dies macht das uralte Harz spröde und begünstigt Risse.

Manche Bernsteinfunde eignen sich zur Schmuckherstellung. Möchtest du aus deinem Fund Bernsteinschmuck anfertigen, ist vielleicht ein Workshop oder ein Kurs das Richtige für dich.

Bernstein sammeln an der Ostsee – aber sicher!

Zu einem typischen Ostseeurlaub gehört das Bernsteinsammeln einfach dazu. Das beliebte Fundstück ist nicht nur ein schönes Souvenir, sondern ein außergewöhnlicher Naturschatz. Doch die Freude am Finden sollte niemals die Wachsamkeit gegenüber den potenziellen Gefahren trüben. Die Kenntnis über weißen Phosphor und die richtigen Verhaltensweisen im Notfall sind absolut unerlässlich.

Sei aufmerksam und vorsichtig. Sicherheit geht immer vor!

Häufig gestellte Fragen zum Bernsteinsammeln


Wann ist die beste Zeit, um an der Ostsee Bernstein zu finden?


Die besten Chancen hast du im Herbst und Winter sowie direkt nach starken Stürmen und hohem Wellengang. Das aufgewühlte Wasser und die starke Strömung spülen das fossile Harz zusammen mit Algen, Tang und Holz an den Strand. Besonders die Strände auf Usedom und Rügen gehören zu den bekannten Hotspots.

Wie erkenne ich echten Bernstein am Strand?


Echter Bernstein ist relativ leicht, spröde und besitzt eine Härte von 2 bis 2,5. Er glänzt glasartig und hat meist eine goldgelbe, orange oder braune Farbe. Oft sind feine Lufteinschlüsse oder kleine Insektenreste erkennbar. Der zuverlässigste Test für zu Hause ist der Salzwassertest: Echtes Baumharz schwimmt in stark gesalzenem Wasser an der Oberfläche, während Phosphor oder normale Steine untergehen.

Warum ist weißer Phosphor beim Bernsteinsammeln so gefährlich?


Weißer Phosphor stammt aus verrosteten Brandbomben des Zweiten Weltkriegs, die im Meer versenkt wurden. Er sieht feuchtem Bernstein täuschend ähnlich, ist aber hochgradig giftig und extrem entzündlich. Er entzündet sich bei Temperaturen ab rund 34°C völlig von selbst an der Luft – zum Beispiel durch die Körperwärme in der Hosentasche – und verursacht schwerste Verbrennungen sowie giftige Dämpfe.

Wie lagere ich frisch gesammelten Bernstein sicher?


Stecke gefundene Fundstücke niemals lose in die Hosen- oder Jackentasche! Transportiere und lagere sie stattdessen so lange in einem geschlossenen, wassergefüllten Glas oder einem feuerfesten Behälter, bis du zu Hause mithilfe von Testverfahren (wie dem Wassertest) absolut sichergehst, dass es sich um echtes Baumharz und keinen Phosphor handelt.

Was muss ich tun, wenn sich gefundener Phosphor entzündet hat?


Bewahre sofort Ruhe und bringe dich sowie andere in Sicherheit. Verwende niemals Wasser zum Löschen, da dies die Reaktion und den Brand massiv verstärkt. Ersticke die Flammen stattdessen sofort mit reichlich Sand oder einer dicken Decke, um jeglichen Sauerstoffkontakt zu unterbrechen, und wähle umgehend den Notruf 112.